Erprobung innovativer Anbaustrategien für ökologisch wirtschaftende Milchviehbetriebe in Mittelgebirgslagen

Projektlaufzeit: 2017 bis 2019
 
Im Rahmen des EIP Projektes "Erprobung innovativer Anbaustrategien für ökologisch wirtschaftende Milchviehbetriebe in Mittelgebirgslagen" werden auf der Hofgut Eichigt GmbH in Eichigt / Vogtland von 2017 bis 2019 Feldversuche zu verschiedenen Fragestellungen durchgeführt.
 
Ziel des Vorhabens ist es, für auf ökologischen Landbau umstellende Betriebe im Mittelgebirge, die standortbedingt häufig Milch erzeugen, innovative Strategien im Ackerbau zur a) Absicherung des Anbauerfolges von Mais über eine Förderung der Jugendentwicklung des Maises zu erreichen, b) ein für Mittelgebirgslagen ertragsstabiles Anbauverfahren mit Körnerleguminosen und hohen Proteinerträgen abzuleiten und c) die Ertragssicherheit bei der Erzeugung von Winterraps über Wahl einer günstigen Vorfrucht und einen Gemengeanbau mit versetzt angesätem Wintererbse und Winterraps zu entwickeln, um die betriebliche Wertschöpfung im ökologischen Landbau unter kühl-feuchten Standortbedingungen in Mittelgebirgslagen zu optimieren.
Teilbereich Maisanbau

Vergleich von Dammkultur und Ebenkultur für die Jugendentwicklung von Mais

Projektbeschreibung:

Zur Beschleunigung der Jugendentwicklung des Maises sollen eine Dammkultur des Maises (Reihenabstand 75 cm, Höhe des Dammes über ebenen Boden ca. 15 cm) mit einem Anbau von Mais in Ebenkultur verglichen werden. Meyercordt & Mücke (2006) hatten unter suboptimalen Anbaubedingungen in Niedersachsen (toniger Lehm, Wesermarsch) durch eine Dammkultur des Maises Mehrerträge von bis zu 30 % erzielt, die u.a. auf einen zeitigeren Feldaufgang und  beschleunigte Jugendentwicklung zurückzuführen waren. Entsprechende Untersuchungen sind allerdings bisher noch nicht in Mittelgebirgslagen durchgeführt worden. Es ist anzunehmen, dass die Dammkultur zu einer stärkeren Erwärmung des Bodens führt, infolge dessen der Mais früher aufläuft. Zur Beschleunigung der Jugendentwicklung des Maises soll ferner ein Saatgutpriming des Maises geprüft werden, bei dem das Saatgut im Labor unter Wasserstressbedingungen „angekeimt“ (geprimt) und vor der Aussaat rückgetrocknet wird (Soleimanzadeh 2013). Vorversuche der HTW Dresden haben im Frühjahr 2016 ergeben, dass am Standort Eichigt ausgesäter Mais, der geprimt war, 11 Tage nach der Saat bereits zu 61 % aufgelaufen war, währenddessen nicht geprimtes Saatgut zum gleichen Termin erst zu 31 % aufgelaufen war. Deshalb soll neben der Dammkultur auch das Saatgutpriming auf die Geschwindigkeit der Jugendentwicklung des Maises, Sprossertrag sowie Futterwert des Maises untersucht werden.

Es wird daher ein Feldversuch wie folgt angelegt:

- 4 Prüfglieder:

- Dammkultur   1) nicht vorbehandeltes Saatgut
    2) geprimtes Saatgut
- Ebenkultur   3) nicht vorbehandeltes Saatgut
    4) geprimtes Saatgut

- 4 Feldwiederholungen, insgesamt 16 Parzellen

- Prüfjahre 2017 und 2018

-  Prüfmerkmale:       

  • Erfassung des Grundnährstoffgehaltes des Bodens zur Versuchsanlage
    (1 Probe/a)
  • Erfassung der Bodentemperatur zu 5 terminen je Jahr (Mai 2017 bzw. Mai 2018)
  • Erfassung der Geschwindigkeit des Feldaufganges zu 4 Terminen je Jahr
  • Erfassung des Sprossertrages des Maises zum Zeitpunkt der Siloreife einschließlich Kolbenanteil (September 2017 bzw. 2018)
  • Erfassung des Futterwertes (16 Proben je Jahr)

-  Versuchsfläche: 640 m², Anlage und Drusch der Parzellen per Kleinparzellentechnik

Ergebnisse und Bilder:

Mais-Dammkultur-nicht geprimt_2017.JPG

Dieses Bild zeigt Mais in Dammkultur ohne Priming (2017, Bild: Anke Landgraf).

Mais-Ebenkultur-nicht geprimt_2017.JPG

Mais in Ebenkultur ohne Priming (2017, Bild: Anke Landgraf).

Die Unterschiede in der Wuchshöhe sind deutlich erkennbar. Neben einer Erhöhung der Bodentemperatur nach der Aussaat und einem erhöhten Feldaufgang, konnte die Dammkultur im Vergleich zur Ebenkultur auch beim  Trockenmassegehalt [dt/ha] und beim Energieertrag [MJ NEL/ha] signifikant bessere Leistungen im ersten  Versuchsjahr erzielen. Das Primen des Saatgutes zeigte zunächst keine signifikanten Wirkungen auf die Maisentwicklung, wird jedoch im Labor weiter optimiert.

Weitere Zwischenergebnisse werden zum Jahresende 2018 erwartet und dann hier und auf AgroPrak.org veröffentlicht.

Teilbereich Rapsanbau

Ökologischer Rapsanbau in Mittelgebirgslagen

Projektbeschreibung

Winterraps steht im ökologischen Landbau hinsichtlich der Vorfruchtstellung in Konkurrenz zu Winterweizen, so dass er entweder direkt nach bester Vorfrucht (Futterleguminose) oder in zweiter Folge nach Winterweizen (der nach Futterleguminose angebaut wurde) angebaut. Entsprechend kommt den Winterraps eine sehr gute N-Nachlieferung aus dem Boden (nach Futterleguminose) oder bereits geminderte N-Nachlieferung im Boden (nach Getreide) zu gute. Nach Winterweizen müsste der Raps entsprechend mit Gülle nach Ernte des Weizens gedüngt werden, um eine ausreichende Vorwinterentwicklung des Rapses sicherzustellen. Raps soll in diesem Vorhaben sowohl nach Futterleguminose (Rotkleegras) und nach Winterweizen in Rein- und Gemengesaat mit Wintererbse angebaut werden. Als dritten Prüffaktor soll vor Saat des Winterrapses Gärrest ausgebracht werden (60 kg NH4-N/ha). Somit ergibt sich folgender Versuchsaufbau:

-  Prüfglieder:

  • Vorfrucht Rotkleegras:
- ohne Gärresteinarbeitung   1) Winterraps in Reinsaat
    2) Gemenge aus Winterraps und Wintererbse
- mit Gärresteinarbeitung   3) Winterraps in Reinsaat
    4) Gemenge aus Winterraps und Wintererbse

 

  • Vorfrucht Winterweizen:
- ohne Gärresteinarbeitung   5) Winterraps in Reinsaat
    6) Gemenge aus Winterraps und Wintererbse
- mit Gärresteinarbeitung   7) Winterraps in Reinsaat
    8) Gemenge aus Winterraps und Wintererbse

 

-  Anzahl Feldwiederholungen: 4, Anzahl Versuchsparzellen: 32
-  Prüfjahre: 2017/2018 und 2018/2019

-  Prüfmerkmale:       

  • Erfassung des Grundnährstoffgehaltes des Bodens zur Versuchsanlage
    (1 Probe/a)
  • Erfassung des Nährstoffgehaltes im Gärrest (1 Probe je Jahr)
  • Erfassung des Feldaufganges der Kulturen und deren Überwinterung (nach HOF-Kautz 2008 mit Einzelpflanzenmarkierung)
  • Bonitur des Pflanzenbestandes (Schaderreger) und Verunkrautung zu 2 Terminen je Vegetationsperiode
  • Erfassung des TM-Ertrages der Unkräuter und des Rapses zu Vegetationsende auf 2,5 m² je Parzelle
  • Analyse des N-Gehaltes in der erfassten pflanzlichen Biomasse (Raps/Unkräuter/Erbse), 96 Proben je Jahr
  • Kernparzellendrusch (15 m² je Parzelle) mit Erfassung des Ertragsanteiles Kornmasse im Gemenge
  • Erfassung des Ölgehaltes des Rapses (32 Proben je Jahr)

-  Versuchsfläche: 1920 m², Anlage und Drusch der Parzellen per Parzellentechnik (Saat und Drusch)

Ergebnisse und Bilder

Markierte Wintererbse.JPG

Markierte Wintererbse im Gemenge mit Winterraps (Bild: Anke Landgraf)

Ueberwinterungsmarkierung-Zwischenernte_RapsWintererbse-2017.JPG

Markierung der Wintererbse für die Überwinterungsbonitur nach HOF-Kautz 2008 (Bild: Anke Landgraf)

Durch Einarbeitung von Gärreseten konnten die TM-Erträge von Raps nach beiden Vorfrüchten erhöht werden. Nach der Vorfrucht Weizen wurde mit Gärreste-Einarbeitung ein engeres C/N-Verhältnis und ein deutlich höherer Sticktoffgehalt im Raps verzeichnet als nach Vorfrucht Rotklee.

Weitere Zwischenergebnisse werden zum Jahresende 2018 erwartet und dann hier und auf AgroPrak.org veröffentlicht.

Teilbereich Körnerleguminosenanbau

Vergleich von Rein- und Gemengesaaten von Körnerleguminosen

Geprüft werden soll in einer Spaltanlage (Großparzellen: Winterkörnerleguminosen, Unterparzellen Rein- bzw. Gemengesaat der Körnerleguminosen) mit vier Feldwieder­holungen. Geprüft werden sollen jeweils Rein- und Gemengesaaten der Körnerleguminosen, um im Gegensatz zu Gemengen der Körnerleguminosen mit Nichtleguminosen höchste Eiweißerträge je Flächeneinheit zu erzielen. Hierbei soll bei der Winterackerbohne die Neuzüchtung Agusta zurückgegriffen werden, deren Winterhärte durch ein Züchtungs­programm an der Universität Göttingen (Prof. Link) verbessert wurde. Gemenge aus Körnerleguminosen haben sich in einer laufenden Untersuchung der HTW Dresden (hier Gemenge aus Erbse und Schmalblättriger Lupine, Rose 2016) als ertragsstärker hinsichtlich des Proteinertrages als die jeweiligen Reinsaaten erwiesen, so dass hier bisher nicht geprüfte Gemenge von Körnerleguminosen neben Gemengen mit Getreide geprüft werden sollen.

Der Feldversuch dazu gestaltet sich wie folgt:

-  Prüfglieder:

  • Winterkörnerleguminosen
-  Reinsaat   1) Winterackerbohne (Sorte Augusta)
    2) Wintererbse (buntblühend)
- Gemengesaat   3) Winterackerbohne / Wintererbse
    4) Winterackerbohne/Wintererbse/Triticale

 

  • Sommerkörnerleguminosen
- Reinsaat   5) Sommerackerbohne
    6) Sommererbse (weißblühend)
    7) Schmalblättrige Lupine
- Gemengesaat   8) Sommerackerbohne/Hafer
    9) Sommererbse/Gerste
    10) Sommererbse/Schmalblättrige Lupine

 

-  Anzahl Feldwiederholungen: 4, Anzahl Versuchsparzellen: 40
-  Prüfjahre: 2017/2018 und 2018/2019

-  Prüfmerkmale:       

  • Erfassung des Grundnährstoffgehaltes des Bodens zur Versuchsanlage (1 Probe/a)
  • Erfassung des Feldaufganges der Kulturen und deren Überwinterung (nach HOF-Kautz 2008 mit Einzelpflanzenmarkierung)
  • Bonitur des Pflanzenbestandes (Schaderreger) und Verunkrautung zu 2 Terminen je Vegetationsperiode
  • Erfassung des TM-Ertrages der Unkräuter und des Rapses zu Vegetationsende auf 1,5 m² je Parzelle
  • Kernparzellendrusch (15 m² je Parzelle) mit Erfassung des Ertragsanteiles Kornmasse im Gemenge
  • Bestimmung des N-Gehaltes im Korngut und Ermittlung des Proteinertrages je Flächeneinheit (60 N-Analysen je Jahr
  • Erfassung des Ölgehaltes des Rapses (32 Proben je Jahr)

-  Versuchsfläche: 1200 m², Anlage und Drusch der Parzellen per Parzellentechnik (Saat und Drusch)

Die ersten Zwischenergebnisse werden zum Jahresende 2018 erwartet und dann hier und auf AgroPrak.org veröffentlicht.

 

Operationelle Gruppe:

Kontakt:

Hochschule für Technik und Wirtschaft
Dresden (HTW)

Hofgut Eichigt GmbH

Gäa - Vereinigung ökologischer
Landbau e.V.

Prof. Dr. agr. Knut Schmidtke

HTW Dresden

Friedrich-List-Platz 1

01069 Dresden

Telefon: 0351-462 2114

E-Mail: schmidtke(at)htw-dresden.de

Das Projekt wird gefördert durch:

 

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